Puhh, endlich wissen wir wie man die Eurokrise löst

Plötzlich wissen wir was das griechische Votum “will”. Hieß es nicht noch vor einer Woche, dass der Referendumstext verklausuliert und schwer zu durchschauen sei? Ziemlich sicher lässt sich die Abstimmung so verstehen, dass die Griechen ihrer Regierung den Rücken stärken wollten. Verbleib im Euro zu verbesserten Konditionen. Aber zu welchen Konditionen?

Egal!

Überdurchschnittlich gebildete Mediennutzer wissen ab sofort wie man den Euro und die Griechen rettet. Sie wissen wer die Bösen sind und wer die Guten. Sie wissen wer pro Europa ist und wer contra und sie wissen welche Interessen demokratisch sind und welche nicht. Plötzlich ist nichts von dem mehr kompliziert, was die letzten Jahre keiner lösen konnte (und außerdem kann man derzeit aus Österreich leicht +/- 100 Retweets bekommen – wie geil)

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Wenn wir Wähler wüssten, was wir wissen…

Sehe dich auf der Straße um: Gut die Hälfte der Menschen um dich herum macht von ihrem Wahlrecht gebrauch. Darunter wählt jeder vierte eine Partei, die wechselweise aus dem Programm der NSDAP „zitiert“, oder Kriegsflüchtlinge beschimpft. Ein Viertel der österreichischen Wählerinnen und Wähler bewegt sich damit klar außerhalb des Spektrums klassisch bildungsbürgerlicher Wertvorstellungen wie „Menschenrechte“, bzw. außerhalb dessen, was seit dem Ende des zweiten Weltkriegs gemeinhin als „demokratisch“ akzeptiert wird. Das ist schade. Vielleicht wäre es vermeidbar gewesen. Jetzt ist es Fakt. Was jeder vierte wählt, lässt sich kaum noch für demokratisch unzulässig erklären.

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Happykollektivismus der Generation Tomorrowland

Ich gehe nicht auf Festivals. Ich war nie auf dem Melt – dem Festival meiner Alterskohorte. Auch nicht auf dem Tomorrowland – der Spaßfabrik für alle die 5-10 Jahre jünger sind als ich. Vor dem Melt liegen die Jahre der Loveparade (zu dieser Alterskohorte ist im Grunde das meiste gesagt). Ich war nur einmal auf dem Frequency. 2010 als Eisverkäufer. Trotzdem möchte ich ein paar Vermutungen anstellen, über die Sinn-, Ziel- und Lebenskonzepte, die sich für die Alterskohorten die diese Spektakel besuchen jeweils so herrlich kompakt herauslesen lassen. Die heute ca. 14 bis 22- Jährigen Tomorrowlandlleute – also die Alterskohorte hinter mir – ist jetzt gerade lange genug auf der Welt um an ihr erste stabile Muster ablesen können. Diese Muster deuten an: Relativ sicher verläuft zwischen den heute ca. 14 bis 22-Jährigen und den heute 25 bis 35/40- Jährigen (der Alterskohorten Melt und Loveparade) sogar eine Generationsgrenze.

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Pop macht Mortal Combat mit Kommunikation

Kommunikation in plain Deutsch Teil 2

Kommunikation lässt sich also nicht mehr in der klassischen Logik bürgerlicher Öffentlichkeit (in Abgrenzung zur bürgerlichen Privatsphäre) beschreiben. Was wir heute als Virtualisierung und Interaktivität von Kommunikation erleben, als Rückbesinnung auf narrative Strukturen und auf eine neu Ästhetisierung der Kommunikation, ist nicht nur Zeitgeist und Mode, sondern ein Kulturwandel. In der professionalisierten Kommunikation heißt das dann Content-Marketing, Storytelling, 360° Customer Journey. Gerade weil diese Buzzwords derart werblich kompakte Dienstleistungsprodukte der Kommunikationsbranche verkaufen wollen, täuschen sie ein wenig darüber hinweg, dass dieser Kulturwandel in der Tat fundamental ist.

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Über die Marktchancen des Liberalismus

„Neoliberalismus ist das Böse“.

Das ist kein undifferenziertes Statement, das ist der Sinn des Begriffs “Neoliberalismus” im Politik-Diskurs der vergangenen Dekade. Es ist daher auch naheliegend “Liberalismus“ eine schlechte Ausgangslage am Markt der politischen Meinungen und Befindlichkeiten zu attestieren. Politischen Organisationen, die ihr Politik-Produkt mit dem Attribut „liberal“ vermarkten, wird im Feuilleton und von Politanalysten generell eine geringe Überlebenswahrscheinlichkeit hinterher geschrieben. Zwar wird dem Liberalismus gerade noch zugestanden mit „Freiheit“ und „Individualität“ angenehme Glücksversprechen zu verkaufen, diese seien aber längst schon als Common Sense auch im Konservativismus, der Sozialdemokratie, bzw. den „Grünen Alternativen“ aufgegangen. Und dann ist da eben noch dieser „Neoliberalismus“ als Mythos kalter Menschenfeindlichkeit.

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Virtuelle Waschmittel

Kommunikation in plain Deutsch Teil 1

Wenn ich will, dass “Waschi” das meist verkaufte Wachmittel Osteuropas wird, oder Karli der nächste Bundeskanzler, warum reicht es dann eigentlich nicht mehr aus, im Fernsehen mit genügend Geld die Botschaft von “Waschis Sauberkraft”, oder “Karlis verantwortungsvoller Regierungstätigkeit” rotieren zu lassen?
Wegen diesem Kommunikationswandel von dem alle reden.
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